Besitz oder Eigentum – Wichtig!

Erklärung von  BESITZ und EIGENTUM

Ich erkläre Ihnen den wichtigen Unterschied anhand eines Immobilienkaufs.

In Kauf- und Überlassungsverträgen finden sich stets die Begriffe „Eigentum“ und „Besitz“. Obwohl beide Begriffe in der Alltagssprache oft gleichbedeutend verwendet werden, haben sie im juristischen Sprachgebrauch eine ganz unterschiedliche Bedeutung.

So lässt sich nur der Eigentümer aus dem Grundbuch ersehen, nicht jedoch der Besitzer. Auf der anderen Seite ist gerade die Eintragung im Grundbuch unabdingbare Voraussetzung für den Eigentumserwerb, nicht jedoch für den Besitzerwerb.

Unter Eigentum versteht man die formale Rechtsposition, die es einer Person erlaubt, über den entsprechenden Gegenstand zu verfügen, z.B. durch Verkauf oder Belastung (z.B. mit Grundschulden).

Bei Grundstücken ergibt sich der Eigentümer aus dem Grundbuch. Eigentüm an einer Immobilie wird übertragen durch Einigung mit dem bisherigen Eigentümer über die Rechtsänderung (sog. Auflassung) und Eintragung im Grundbuch aufgrund eines notariell beurkundeten Vertrages.

Besitz stellt hingegen die tatsächliche Sachherrschaft über einen Gegenstand dar, d.h. Besitzer ist derjenige, der eine Sache in seinem Herrschaftsbereich hat.

Dies muss nicht zwingend der Eigentümer sein. Der Mieter eines Hauses z.B. ist (unmittelbarer) Besitzer des Hauses, aber nicht Eigentümer.


Gläubiger können nur  Sachen pfänden, die sich zweifelsfrei im Eigentum des Schuldners befinden.


Ein Gerichtsvollzieher wird zuerst davon ausgehen, das alles was sich in der Wohnung eines Schuldner befindet auch sein Eigentum ist.

Natürlich kann der Schuldner auch Gegenstände nutzen – als Besitzer – die jedoch im Eigentum eines Dritten stehen. Diese Sachen wären nicht pfändbar. Natürlich hat man am besten eine Aufstellung zur Hand in der die Vermögenswerte aufgelistet sind, die im Eigentum eines Dritten stehen und die Liste wurde vom Eigentümer unterschrieben.

Der Gerichtsvollzieher muss sich nicht daran halten und kann auch diese Sachen zuerst pfänden. – einfach tun lassen –

Dann ist sofort eine sogenannte Erinnerung zu fertigen, die anführt das diverse Dinge nicht gepfändet werden dürfen, da nicht im Eigentum des Schuldners.

Gleichzeitig muss der eigentliche Eigentümer eine sogenannte Drittwiderspruchsklage einzureichen und  diese zu begründen.

Beispiel: Der Steinway Flügel steht nur bei meinem Vater weil ich keinen Platz habe, der Computer und der Flachbildschirm sind meine alten Teile und wurden leihweise überlassen, für den Porsche ist der KFZ Brief in meinem Besitz, das Auto ist nur auf meinem Vater zugelassen, weil er  sehr günstige Versicherungstarife hat. usw.

Sie bestätigen an Eides statt, das alles der Wahrheit entspricht und sie alleiniger Eigentümer sind. Sie beantragen die Aufhebung der Zwangsvollstreckung und die sofortige Aushändigung ihres Eigentum.

Damit ist Ihr Eigentum ausreichend bestimmt, Quittungen, sind hilfreich aber nicht notwendig. – Trotzdem bei Neuanschaffungen Quittungen und Rechnungen mit Name und Adresse des Eigentümers / Käufers versehen lassen!

Ich hoffe Sie haben nun den Unterschied von Besitz und Eigentum verstanden.


Auch bei Hartz4, Grundsicherung, Insolvenz  und  eidesstattlicher Vermögensaufstellung müssen Sie nur Ihr Eigentum … und nicht den Besitz, den Sie nutzen können angeben !!


Wenn Ihr Bruder Ihnen ein extra Bankkonto  – auf Guthabenbasis -einrichten will, sehr gut, lassen Sie sich nie eine Partnerkarte ausstellen oder sonst bevollmächtigen oder werden nie Kontomitinhaber! Ihr Bruder gibt Ihnen die Karten mit PIN und den Onlinezugang – und gut!


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