NEUES Insolvenzrecht                                          Paritate.net

    

Insolvenzverfahren, welche ab dem 01.07.2014 beantragt werden, unterliegen neuen Regelungen.

Ich berate Sie nach den aktuellsten insolvenzrechtlichen Regelungen.

Die wichtigsten Neuregelungen für Einzelunternehmer und Freiberufler:

- Die Restschuldbefreiung kann schon
nach drei Jahren erteilt werden, wenn

1. die Verfahrenskosten beglichen wurden, d.h. die Gerichtskosten und die Insolvenzverwaltervergütung;

2. der Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung nach drei Jahren gestellt wurde;

3. exakt nach drei Jahren mindestens 35 % der Gläubigerforderungen beglichen werden können;

4. die Mittelherkunft nachgewiesen werden kann;

5. die Versagungsgründe nach §§295 bis 297 InsO und Treuhänderantrag nach §298InsO nicht vorliegen.

Mit der Einzahlung der 35 % oder mehr steigt aber auch die Insolvenzverwaltervergütung, so dass möglicherweise
letztendlich 60% und mehr eingezahlt werden muss. Die Einzahlungen gelten als freie Masse, nach deren Höhe sich die Verwaltergebühr(InsVV) berechnet

Hier ist oft ein Insolvenzplan viel sinnvoller. Sie erhalte hierzu von unserem Vereinsanwalt die entsprechende Beratung.

- Die Restschuldbefreiung kann auch nach fünf Jahren erteilt werden, wenn bis dahin die

1.Verfahrenskosten gedeckt werden können;

2.ein entsprechender Antrag gestellt wurde

3. keine Restschuldbefreiungsversagungsgründe wie schon oben erwähnt, vorliegen.

Wichtige weitere Neuregelungen sind:

Erweiterung der Restschuldbefreiungsversagungsgründe

- der relevante Zeitraum für Vermögensverschwendung als Versagungsgrund wurde von einem Jahr auf drei Jahre erhöht

- von der Restschuldbefreiung ausgenommene Forderungen werden erweitert( vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung):

Alt: vorenthalten von Arbeitnehmeranteilen zu Sozialversicherung

Neu: - zusätzlich vorsätzlich nicht gezahlter Unterhalt

- rechtskräftig verurteilte Steuerhinterziehung

Schutz der Genossenschaftswohnung:

- wenn die Mitgliedschaft Voraussetzung für die Nutzung der Wohnung ist und das Geschäftsguthaben höchstens das vierfache Nutzungsentgelt oder 2000 Euro beträgt

  

Die neuen Regelungen sollen abschreckend wirken, wer 60 bis 70% der Schuldsumme aufbringen kann, braucht in der Regel keine Privatinsolvenz.

      

Viele Schuldner werden sowieso nie ein Gehalt über die Pfändungsgrenze erhalten können und werden keine Privatinsolvenz anmelden wollen .

Wir beraten Sie dabei, wenn Sie diesen Weg einschlagen wollen. Alle 3 Jahre haben Sie eine e.V abzugeben...und Gut.

Was Sie alles beachten sollten haben wir auf einem Infoblatt für Mitglieder zusammengestellt.