Insolvenz Irrtümer                                          Homepage

  

   

1. Die Insolvenzdauer beträgt 6 Jahre

Dies ist falsch! 6 Jahre dauert die sogenannte Wohlverhaltensphase, gerechnet ab dem Tage der Eröffnung der Insolvenz. Diese Phase folgt bei Schuldnern, die eine Restschuldbefreiung beantragt haben, der eigentlichen Insolvenzphase von ca 12 Monaten. In der Phase der Insolvenz verliehrt der Schuldner sein Verfügungsrecht über sein Vermögen. In der Wohlverhaltensphase kann er mit seinem verbleibenden Vermögen und Einkommen machen was er will! In der Wohlverhaltensphse gibt es keinen Insolvenzverwalter mehr!

 

2. Der Ehepartner haftet auch

Dies ist falsch! Keiner haftet jemals für Verbindlichkeiten des anderen Ehepartners. Es sein denn es wurden Bürgschaften getätigt. Aber auch da kann die heutige Rechtsprechung helfen, wenn die Bürgschaft "erzwungen" wurde und damit rechtswidrig ist, kann diese nicht rechtlich durchgesetzt werden!

  

3. Insolvenz ist der Tod der Firma

Dies ist falsch! Je früher eine Firma in Schwierigkeiten die Insolvenz als Sanierungsmittel benutzt, desto wahrscheinlicher ist die Fortführung und Sanierung des Unternehmens!

    

4. Die Zustimmung aller Gläubiger ist notwendig

Dies ist falsch! Kein Gläubiger kann mit einer Weigerung des Schuldenbereinigungsplanes zuzustimmen die Restschuldbefreiung des Schuldners verhindern, wenn der Schuldner seinen seinen Verfahrensverpflichtungen nachkommt! Böswillige Gläubiger können nur etwaige konstruierte "Pflichverletzungen" des Schuldners in der Wohlverfaltensphase dem Gericht anzeigen. Sie müssen diese Anschuldigungen aber auch mit Beweisen unterlegen. Verbindlichkeiten aus unerlaubten Handlungen, Straftaten etc. sind nicht von der Restschuldbefreiung erfasst!

    

5. Gläubiger die nicht zustimmen können 30 Jahre pfänden lassen

Dies ist falsch! Jeder Gläubiger, der zum Eröffnungszeitpunkt der Insolvenz Foderungen gegen den Schuldner hat ist ein sogenannter " Insolvenzgläubiger ". Für einen Insolvenzgläubiger gilt die Insolvenzordnung die besagt, dass Pfändungen der Insolvenzgläubiger in der Wohlverhaltsphase nicht mehr möglich sind!    

   

6. In der Wohlverhaltensphase dürfen keine Schulden mehr gemacht werden.

Dies ist falsch! Als Insolvenzschulden werden die Schulden bezeichnet, die bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ( Datum mit Minuten) angefallen sind. Weitere Schulden ab diesem Datum sind Neuschulden, die mit dem laufenden Verfahren nichts zu tun haben. Die Eintrag der Eröffnung der Insolvenz in der Schufa erschwert oder besser verhindert ausserdem die Aufnahem weiterer Kredite!

     

7. Es gibt keine Befreiung von Steuerschulden

Dies ist falsch! Es wird keine Behörde als Gläubiger bevorzugt. Die Insolvenzordnung besagt, dass das Ziel einer Insolvenz die gleichmässige Befriedigung aller Gläubiger ist. Also keine Extrawurst für den Fiskus.

     

8. Selbständing sein in der Insolvenz bringt nichts

Dies ist falsch! Die Insolvenzordnung sagt aus, dass der Schuldner der in der Wohlverhaltensphase selbständig ist den Betrag an den Treuhänder abführen muss, als wenn er einer angemessenen Beschäfftigung nach gehen würde! Dass heisst, dass tatsächliceh Einkommen des Insolvenzschuldners nicht wichtig ist. Er zahlt immer nur so viel, als wenn er in einem angemessenen Arbeitsverhältnis stehen würde. Die gilt aber auch wenn der Selbständige ein geringes oder gar kein Einkomemn haben sollte!

    

9. Keine Insolvenz ohne vorherige Begleichung der Verfahrenskosten

Das ist falsch! Die Verfahrenskosten bei Gericht werden Ihnen jetzt noch auf Antrag gestundet und sind in kleinen Raten nach der Restschuldbefreiung zu zahlen. Es sind aber Bestrebungen für die Zukunft im Gange, dass der Schuldner mit ca 13 Euro im Monat schon während der Wohlverhaltensphase die Gerichtskosten abstottern muss. Wenn die Raten nicht gezahlt werden , wird das Verfahren eingestellt. !

   

10. Erst Gewerbeabmeldung dann Privatinsolvenz

Das ist falsch! Wer sein Gewerbe schon abgemeldet hat muss eventuell nun als ehemals Selbständiger ( wenn weniger als 20 Gläubiger vorhanden sind) das vereinfachte Verfahren beantragen. Dieses Verfahren kann aber erhebliche Nachteile für den Schuldner mit sich bringen. Auch wenn eine Gewerbeverbot zu befürchten ist oder eingeleitet wurde, melden Sie Ihr Gewerbe erst ab, wenn Sie nach einem anwaltlichen Rat auch die für Sie beste Entscheidung treffen können.

   

11. In der Insolvenz dürfen Alleinstehende nur 1049 Euro / Monat verdienen

Das ist falsch! Nettoeinkommen bis 1049 Euro sind grundsätzlich pfändungsfrei. Bei höheren monatliche Einkommen wird der pfändbare Anteil nach einer Pfändungstabelle -berechnet nach Einkommenshöhe und unterhaltspflichtigen Personen - an den Treuhänder abgeführt. Kindergeld ist nie pfändbar.