Inkassobüros VORSICHT

Vorsicht vor Inkassobüros

Die meisten Gläubiger setzen zur Durchsetzung Ihrer Forderungen vor gerichtlich Rechtsanwälte und Inkassobüros ein, die im Gläubigerauftrag versuchen die Außenstände beizutreiben.
NUR wenn Sie die Forderungen nicht rechtzeitig beglichen haben und wenn der Gläubiger auch erwarten könnte, dass Sie in der Lage sind seine Rechnungen auch ohne gerichtliche Hilfe bezahlen können – müssen Sie auch die Inkassogebühren übernehmen.

Wenn Sie dem Gläubiger bereits vor der Einschaltung eines Inkassobüros mitgeteilt haben, dass Sie zahlungsunfähig sind oder sie die Forderungshöhe nicht für richtig halten oder dem Gläubiger bereits anderweitig Ihre Zahlungsunfähigkeit bekannt war, dann war es doch Zweck – und Sinnlos ein Inkassobüro einzuschalten.

Außerdem haben Gläubiger eine Schadenminderungspflicht! Die Kosten der Beitreibung der Forderungen haben Gläubiger möglichst gering zu halten!

Sollte zusätzlich zum Inkassobüro im weiteren Verfahren doch ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, achten Sie darauf, dass im Mahnbescheid / Vollstreckungsbescheid und in der Klage keine zusätzlichen Inkassokosten angegeben worden sind.

Die von den Inkassobüros geltend gemachten Gebühren müssen Sie noch lange nicht alle übernehmen.

Umstritten sind: Einigungsgebühren für einfache Ratenvereinbarungen, Kontoführungskosten, Nachnahmekosten etc. Auch darf ein Mahnschreiben nur 4 Euro kosten. Strittig ist auch, wenn das Einwohnermeldeamt gleich öfters nach Ihrer Adresse abgefragt wurde, obwohl Sie gar nicht umgezogen sind! Überprüfen Sie die Forderungsaufstellungen des Inkassobüros sehr genau.

Zahlen Sie nur, wenn Sie sich vorher eine Abtretungserklärung oder eine Geldempfangsvollmacht – unterschrieben vom Gläubiger – beim Inkassobüro eingeholt haben.

Einige Inkassobüros versuchen dem Schuldner gegenüber eine unerlaubte Drohkulisse aufzubauen. Dies sind Drohungen in Anschreiben ( Ihre Nachbarn / Arbeitgeber / Freunde werden von Ihren Schulden erfahren….) nächtliche Telefonanrufe, und ein widerlicher Aussendienst, der trotz Aufforderung einfach Ihre Wohnung nicht verlassen will ( Keinen Aussendienst in die Wohnung lassen , raus schmeißen das Pack!)

Der Paritate e.V. hilft Ihnen gegen solche rechtswidrigen Vorfälle vorzugehen, unser Vereinsanwalt stellt sofort Strafanzeige und reicht zusätzlich eine Beschwerde beim Amts – Landgericht am Geschäftssitz des Inkassounternehmens ein.

Ausserdem wird ein Hausverbot ausgesprochen! Einige Gläubiger / Inkassobüros / Anwälte drohen sogar mit einer Strafanzeige wegen Betrug / Eingehungsbetrug, wenn Sie nicht endlich zahlen.

Wenden Sie sich in diesem Fall SOFORT an uns bzw. an unseren oder an einen Rechtanwalt Ihrer Wahl.

Sollte ein Gläubiger seine gesamten Aussenstände ( für einen geringen Betrag ) an ein Inkassobüro / Factoringunternehmnen verkauft haben, gehen alle Forderungen rechtlich und wirtschaftlich auf den neuen Käufer über. Nur darf der neue Forderungsinhaber Ihnen nicht zusätzlich Inkassogebühren in Rechnung stellen.
Sie sollten auf keinen Fall irgendwelche vorformulierten Selbstauskünfte, Schuldanerkenntnisse oder Ratenzahlungsverpflichtungen, die Sie von Inkassobüros erhalten, unterschreiben!

Diese dienen auch zum Ausspähen Ihrer Daten und Ihres Umfeldes, der Bankverbindung, Arbeitgebers für eventuelle spätere Vollstreckungsversuche . Wenden Sie sich an den  Paritate e.V. wenn Sie es mit unfairen und rabiaten Gläubigern oder Inkassobüros zu tun haben!

Schufaeintrag durch das Inkassobüro nur nach Mahnung!
Auskunfteien dürfen grundsätzlich nur unbestrittene Forderungen gemeldet werden.

Leider funktioniert dies in der Praxis nicht uneingeschränkt. Rügt ein von einer Eintragung zu seiner Person Betroffener dies gegenüber der Auskunftei, berufen diese sich regelmäßig darauf, eine Löschung nur vornehmen zu dürfen, wenn der Meldende zustimme. Diesen habe man angefragt und der habe gesagt, der Eintrag sei richtig. Diese Auskunft entspricht aber nicht der Rechtslage.

Der Löschungsanspruch hinsichtlich falscher Daten bzw. Eintragungen als Schuldner richtet sich gegen den, der die falschen Daten speichert, also gegen Schufa, Creditreform oder ähnliche Einrichtungen.

Gegenüber der Schufa sollten Sie gleichermaßen die Löschung der falschen Eintragung einfordern und hier eine kurze Frist (6 Werktage) setzen.

Für den Fall, dass die Eintragung nicht wenigsten vorübergehend gelöscht wird, was seitens der Schufa möglich ist, sollten Sie in Ihrem Anschreiben die Beauftragung eines Rechtsanwaltes androhen, der dann eine einstweilige Verfügung gegen die Schufa Holding AG erwirken kann.

Hierbei können Sie sich auf eine Entscheidung des LG Düsseldorf, Az.: 12 O 392/01, Beschluss vom 13.09.2001 stützen. Sollten die Schufa, als auch das Inkassobüro nicht innerhalb der Fristen reagieren, empfehlen wir schnellstens einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Ein weiteres Argument ist, dass das Inkassounternehmen keine Einwilligung von Ihnen hatte entsprechende Einträge bei der Schufa veranlassen zu können. Stützen können Sie sich auf ein Urteil des OLG Düsseldorf 14.12.06, Az.: I-10 U 69/06.

Bei ganz hartnäckigen Fällen hilft es, den Bundesdatenschutzbeauftragten zu informieren, sofern man nicht klageweise vorgehen möchte oder kann.

Auch ein Inkassobüro  – oder Mahnanwalt – muss im späteren Rechtsgang auch nachweisen können, dass der Schuldner die Mahnbriefe auch erhalten. Dies ist wichtig u.a. für weitere Fristsetzungen – in Verzug setzen – etc.

Dies wird er aber nicht können!

Also nicht auf diese Post, Mail antworten, keine Telefonate annehmen, diese dienen nur später der Beweissicherung.

Nur amtliche Zustellungen beantworten  und Mahnbescheide  widersprechen